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Wir über uns: Selbsthilfe                                                                                                   




Selbsthilfegruppen sind selbstorganisierte Zusammenschlüsse von Menschen, die ein gleiches Problem oder Anliegen haben und gemeinsam etwas dagegen bzw. dafür unternehmen möchten. Typische Probleme sind etwa der Umgang mit chronischen oder seltenen Krankheiten, mit Lebenskrisen und/oder belastenden sozialen Situationen.

Sie dienen im Wesentlichen dem Informations- und Erfahrungsaustausch von Betroffenen und Angehörigen, der praktischen Lebenshilfe sowie der gegenseitigen emotionalen Unterstützung und Motivation. Darüber hinaus vertreten Selbsthilfegruppen in unterschiedlichem Grad die Belange ihrer Mitglieder nach außen.

Die Zahl der Selbsthilfegruppen in Deutschland wird derzeit auf ca. 70.000-100.000 geschätzt.

Für alkoholkranke Menschen waren die Anonymen Alkoholiker (AA) wohl die erste Vereinigung, die als Selbsthilfegruppe funktionierte, auch wenn Organisation und Hintergründe bei der Gründung dem heutigen Sinn der Selbsthilfe nur noch in Grundzügen ähneln.

Die Gemeinschaft wird am 10. Juni 1935 in Akron, Ohio (USA) von "zwei hoffnungslosen Trinkern"  gegründet: dem New Yorker Börsenmakler William Griffith Wilson und dem in Akron ansässigen Arzt Dr. Robert Holbrook Smith. Sie lernten sich kennen, als sich Bill nach einem halben Jahr ohne Alkohol geschäftlich in Akron aufhielt und kurz davor stand, die Bar zu betreten.

Stattdessen rief er den örtlichen Priester an und fragte ihn, ob er jemanden kenne, der ein Problem mit dem Trinken habe. Sie nahmen zwar zu Beginn ihrer Trockenheit an den Treffen der Erweckungsbegegnung ("Oxford-Gruppe") teil, erarbeiteten sich jedoch aus ihren Erfahrungen die Vorläufer der 12 Schritte.

1939 zählt die Gemeinschaft etwa hundert Mitglieder. Sie verfassen Berichte über ihre Erfahrungen mit dem Alkohol und über ihren bisherigen trockenen Weg. Diese Berichte führen schließlich nach einiger Zeit zur Veröffentlichung des Buches "Anonyme Alkoholiker". 1941 gibt es bereits ca. 2000 Mitglieder. In der "Saturday Evening Post" erscheint der erste Artikel über AA.

Anfang der 1950er Jahre kommen mit den Besatzungstruppen auch die AA nach Deutschland (München), das erste Treffen findet am 1. November 1953 im Hotel Leopold in München statt. Die "12 Traditionen" oder "12 Schritte" werden 1950 auf der ersten internationalen Konferenz in Cleveland bestätigt. Diese haben bis heute noch Bestand.





Neben den AA existieren weltweit und in Deutschland viele weitere Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen. Neben den bekannten, wie AA, Kreuzbund und Guttempler haben sich in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr freie Gruppen gegründet.

Insgesamt verfolgen aber alle den oben genannten Zweck, sich mit der eigenen Krankheit auseinanderzusetzen und - wie in unserem speziellen Fall - mit Dieser zu leben.

Gerade deshalb werden die Leistungen der Selbsthilfegruppen inzwischen als wichtige Ergänzung zum professionellen Gesundheitssystem von den Kostenträgern anerkannt. Daher werden Gesundheitliche Selbsthilfegruppen von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert. Diese sind sogar dazu verpflichtet.

Vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten bieten auch andere Institutionen (z.B. die gesetzliche Rentenversicherung aber auch Kommunen und Länder). Für die Unterstützung von örtlichen Selbsthilfegruppen sind neben den Selbsthilfeorganisationen ca. 280 Selbsthilfekontaktstellen und -unterstützungseinrichtungen von Bedeutung. Sie befinden sich in unterschiedlichen Trägerschaften - teils bei den Wohlfahrtsverbänden, teils bei den kommunalen Trägern.

Professionelle Mitarbeiter (in der Regel Sozialarbeiter/-pädagogen) vermitteln Suchende an bestehende Selbsthilfegruppen oder unterstützen bei der Gründung und In-Gang-Setzung einer neuen Gruppe. Im Unterschied zu Selbsthilfeorganisationen, die ein spezifisches Indikationsgebiet vertreten, haben die Selbsthilfekontaktstellen keinen expliziten Bezug zu bestimmten Erkrankungen oder sozialen Problemen.

Womit wir auch schon bei uns wären. Die "Montagsgruppe Gera" ist eine freie Selbsthilfegruppe und gehört auch keiner übergeordneten Organisation an. Das bedeutet, wir sind frei in unseren Entscheidungen und legen z. B. unsere Gruppenregeln selbst fest. Natürlich bedeutet dies auch, dass wir uns Räumlichkeiten selbst suchen mussten und auch finanzielle Mittel für Veranstaltungen, Besuche von Kliniken usw. selbst organisieren müssen.

Aber wie heißt es so schön: Eine Gruppe ist nur gut, wie die Mitglieder sich einbringen, und das funktioniert bei uns schon seit einigen Jahren.

Wenn Du mehr über die Geschichte unserer Gruppe erfahren möchtest, dann schau hier herein »

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