17.03.2007 - Fortbildung für Helfer
EinigeAnregungen zum Thema "Selbstverständnis von Selbsthilfegruppen" imVergleich zu professionellen (oft nicht betroffenen) Helfern Selbsthilfegruppen | Profis | Akzeptanz | Abstand schützt | WIR-Gefühl | Fachliches/sachliches Wissen | Fachliche Kompetenz (über eigene Suchtbetroffenheit und -erfahrungen) | Werden finanziert (und sind Rechenschaft pflichtig) | Wiedereingliederung in ein neues, suchtmittelfreies soziales Umfeld | Distanz wirkt u. U. unglaubhaft | Vielfalt/Lösungsansätze aus eigenen Erfahrungen | Zeitlich begrenzte Hilfe (Sprechzeiten/Termine) | Autenzizität/Aufrichtigkeit (Ich bin AUCH betroffen.) | | Humor/Gelassenheit (Es ist, wie es ist.) | | Einbeziehung von Angehörigen (je nach Gruppenphilosophie) | | Hilfe im täglichen Leben (Gruppe ist "immer da") | | Eigenständig/unabhängig | |
WichtigsteErkenntnis für mich: Beide Angebote im Verbund genutzt ergänzen sich zu einem optimalen Hilfsangebot für Betroffene und Angehörige.
Und hier noch ein Denkanstoß für abstinent lebende Suchtmittelabhängige: Was habe ich als trockener Alkoholiker (cleaner Suchtmittelabhängiger) mehr als andere? Ich kann mehr als andere. Ich kann offener sein als andere. Ich bin schuld- und schamfähig. Ich lebe bewusster. Ich bin fähig zum Mitfühlen, Mitleiden und Helfen. Gefahr Ich erlebe mich als nicht normal. Ich höre nicht auf, mich zu schämen und schuldig zu fühlen Ich höre nicht auf zu büßen.
15.03.2008 - Umgang mit Rückfall in der Selbsthilfegruppe Gut sind klare Regeln, z. B.: - Jeder wird auf den Alkoholkonsum angesprochen
- Beobachtungen werden mitgeteilt
- Informieren über die alkoholbedingten Veränderungen
Möglichst nicht diskutieren, nicht überreden wollen! - Eigene Sorge und Betroffenheit formulieren
"Ich mache mir Sorgen um Dich. Das lässt mich nicht kalt." - Hilfe Anbieten, nicht aufzwingen
"Ich bin jederzeit für dich da, wenn du Unterstützung suchst, aus dem Trinken raus zu kommen." - Verbindlichkeit erzeugen
"Ich biete dir an, dich morgen zur Beratungsstelle zu begleiten. Wir sehen uns" Grenzen setzen "Aber in Zukunft kannst du nur noch in die Gruppe kommen, wenn du nüchtern bist."
... und noch einige Ergänzungen zum Thema
Rückfallgefahr
Schlüsselreize (Situationenoder Empfindungen, in denen ich das Suchtmittel regelmäßig eingesetzthabe oder die fest mit dem Suchtmittel verbunden sind) Beziehungs- und Kontaktstörungen/Einsamkeit (60 % aller Rückfälle finden ohne Gesellschaft statt) Keine (Vor-) Sorge (Ich bin sicher, nicht rückfällig zu werden) Frühwarnsysteme fehlen (D. h. es fehlt: Gefahr vorhersehen, kommen sehen, eingreifen können) Die Funktion des Suchtmittels (für mich) ist mir unbekannt (D. h. ich kenne meine Schwachstellen nicht) Ich kann nicht "nein" sagen (D. h., nicht eigene Bedürfnisse erkennen, ansprechen, durchsetzen) Fehlende Affektidentifizierung (Unangenehmeinnere Zustände werden nicht erkannt, nicht wichtig genommen, nichtbeendet - es wird ausgehalten, bis es nicht mehr geht) Fehlen konsequenter Haltung dem Suchtmittel gegenüber (Kein Verzicht auf Weinsoßen etc., Beschönigen von Suchtproblemen bei sich und anderen) Wegfall des Suchtdrucks nach langer Abstinenz (Es entsteht die Idee des kontrollierten Suchtmittelkonsums zur Erleichterung) Umgang mit dem Rückfall Sofort heftig intervenieren (Nicht: "Einmal ist kein Mal".) Suchtmittelkonsum sofort einstellen (Nicht: "Jetzt hat sowieso alles keinen Sinn mehr".) Öffentlich machen (Nicht zurück in Verheimlichung. Hilfe suchen und annehmen.) Ursache erkunden (Was ist falsch gelaufen?) Ursachen ändern (Evtl. ambulante oder stationäre Therapie.)
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